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16.11.2009
15 Prozent mehr Kleinkinder besuchen Krippen

Immer mehr Kinder in Deutschland besuchen eine Krippe. Etwa 417 000 Kleinkinder unter drei Jahren wurden im März nach Angaben des Statistischen Bundesamtes dort von Erziehern betreut - 15 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit gehen - auch dank des Ausbaus der Kleinkinderbetreuung - 20 Prozent aller Kinder unter drei Jahren in eine Tagesstätte. Das ist ein Plus von zwei Prozentpunkten. Die Regierung strebt bis 2013 einen Wert von 35 Prozent an. Auch 20 Jahre nach dem Mauerfall ist die Krippenquote im Osten weit höher als im Westen. In Nordrhein-Westfalen wehren sich derweil die Kommunen gegen zu hohe Belastungen durch den Ausbau der Krippenbetreuung.

Wie die Statistiker am 1. November in Wiesbaden mitteilten, geht in den ostdeutschen Ländern fast jedes zweite Kind in die Krippe. Mit 46 Prozent ist die Quote rund dreimal so hoch wie im Westen mit 15 Prozent. Am höchsten ist sie in Sachsen-Anhalt mit 55 und in Mecklenburg-Vorpommern mit 50 Prozent.

Spitzenreiter bei den westdeutschen Flächenländern ist Rheinland-Pfalz mit einer knapp 18-Prozent-Quote. Davor liegt allerdings noch der Stadtstaat Hamburg mit 26 Prozent und das früher zwischen Ost und West geteilte Berlin mit 42 Prozent. Bundesweite Schlusslichter sind Niedersachsen (12 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (11,6 Prozent). Davor landen Hessen (16,3 Prozent), Baden-Württemberg (15,9 Prozent), Bayern (15,7 Prozent), das Saarland (15,2 Prozent) und Schleswig-Holstein (14,5 Prozent).

Fast gleichauf sind Ost und West hingegen bei den älteren Kindern: Mehr als neun von zehn Kindern in Deutschland gehen in den Kindergarten. Hier liegt Rheinland-Pfalz mit 97 Prozent vorn, gefolgt von Baden-Württemberg und Thüringen mit je 96 Prozent. Die geringsten Anteile haben Bremen und Schleswig-Holstein mit 88 und 86 Prozent. Bundesweit besuchten im März 1,9 Millionen Kinder den Kindergarten - 13 000 weniger als im Vorjahr.

Weil die Zahl der Drei- bis Sechsjährigen aber erheblich zurückging, stieg die bundesweite Betreuungsquote von 91 auf 92 Prozent. Die guten Werte für die Stadtstaaten und die schlechten für Niedersachsen und andere Flächenländer bei der Krippenbetreuung könnten sich mit der Situation in den Großstädten erklären. Nach Informationen des Deutschen Städtetages liegen die Metropolen weit vorne. "In einer Reihe von westdeutschen Großstädten stehen inzwischen bereits Plätze für bis zu 27 Prozent der Kleinkinder zur Verfügung", sagte Hauptgeschäftsführer Stephan Articus.

Städte mit einer Betreuungsquote von mehr als 20 Prozent seien zum Beispiel Aachen, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Freiburg, Heidelberg, München, Münster und Stuttgart. "Allerdings wird die von Bund und Ländern angestrebte Betreuungsquote von 35  Prozent bei den Kindern unter drei Jahren nicht ausreichen und ist noch längst nicht voll finanziert. In Ballungsräumen und in großen Städten ist der Bedarf deutlich höher."


Quelle: dpa
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