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11.12.2009
Kultusminister beschließen Bachelor-Reform

Die Kultusminister haben deutliche Korrekturen am umstrittenen Bachelor-Studium beschlossen. Stofffülle und Prüfungen sollen begrenzt, die Studienzeiten flexibler gestaltet und ein Hochschulwechsel erheblich erleichtert werden, vereinbarten die Minister am 10. Dezember in Bonn. Für die Zulassung zum weiterführenden Master-Studium können die Hochschulen aber "zur Qualitätssicherung oder aus Kapazitätsgründen" weiter eigene Zulassungskriterien bestimmen. Der Fortfall dieser Hürden vor dem Masterstudium ist eine Kernforderung der studentischen Proteste.

Rund 4 000 Studenten demonstrierten am selben Tag in Bonn für eine Entschlackung ihres Studiums und Reformen im Bildungsbereich. Kultusminister und Hochschulrektoren riefen in einer gemeinsamen Erklärung die Studierenden auf, jetzt ihre Vorlesungsboykotts und Proteste einzustellen. Es sei nun an der Zeit, "wieder zu einem geregelten Studienbetrieb überzugehen".

Ziel der Korrekturen in den Bachelor-Studiengängen sei die Sicherstellung der Qualität und der "Studierbarkeit", heißt es in der Erklärung, die von den Präsidenten der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Henry Tesch (CDU) und Margret Wintermantel, vor dem Treffen der Ministerrunde abgestimmt worden war. Die Arbeitsbelastung der Studenten in den Bachelor-Studiengängen soll überprüft und ein "realistisches und vertretbares Maß gewährleistet" werden.

Angestrebt wird dabei eine 32- bis 39 Stunden-Woche einschließlich aller Vorlesungen, Seminare, Übungen, Praktika und Selbststudium - bei 46 Studienwochen pro Jahr. Auch sollen nach den Vorstellungen der Kultusminister mehr Bachelor-Studiengänge als bisher statt sechs Semester nun auch sieben oder acht Semester dauern. Master-Studiengänger sollen auf zwei, drei oder vier Semester angelegt sein. Die Gesamtregelstudienzeit in konsekutiven Studiengängen soll laut KMK-Beschluss weiterhin zehn Semester (fünf Jahre) betragen. Darin sollen auch Zeiträume für Aufenthalte an anderen Hochschulen eingeplant sein.

Zugleich sollen die Prüfungsbelastungen reduziert werden, in dem künftig in der Regel nicht mehr als eine Prüfung pro Studienabschnitt (Modul) vorgesehen wird. Zwischen den Hochschulen soll die Anerkennung von Prüfungsleistungen "national und international vereinfacht werden", um die Mobilität der Studenten zu garantieren. "Der Erfolg des Bologna-Prozesses setzt gute Studienbedingungen voraus", heißt es in der Erklärung weiter. Beide Seiten wollten sich dafür einsetzen, dass das Ziel des Bildungsgipfels, zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung und Forschung aufzuwenden, erreicht wird. Aus diesen Mitteln solle auch die Umsetzung des Bologna-Prozesses mit den Bachelor- und Masterstudiengängen vorangetrieben werden.

Am 16. Dezember wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über das Zehn-Prozent-Ziel bei einem "Bildungsgipfel" in Berlin beraten. Angestrebt wird, die jährlichen Ausgaben für Bildung und Forschung bis 2015 um 13 bis 18 Milliarden Euro pro Jahr zu steigern. Im Gespräch sind dabei auch Projekte zur Verbesserung der Studiensituation. Wintermantel appellierte in einem Brief an die Ministerpräsidenten, die Hochschulen für den Erfolg des Bachelor-Studiums besser auszustatten.


Quelle: dpa
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